Taliban-Razzia in "safehouse" der Bundesregierung in Kabul
Am 19. Januar drangen Taliban-Behörden in ein "Safe House" in Kabul ein, das im Auftrag der Bundesregierung betrieben wird. Dort befanden sich noch 79 besonders gefährdete Menschen aus deutschen Aufnahmeprogrammen. Die Betroffenen wurden verhört, gefilmt und ihre Mobiltelefone ausgelesen, außerdem wurden dort Beschäftigte vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Laut der Organisation Kabul Luftbrücke handelt es sich bei den Betroffenen um "14 Familien aus dem Überbrückungsprogramm mit insgesamt 63 Personen, vier Familien aus dem Bundesaufnahmeprogramm mit 15 Personen sowie eine ehemalige Ortskraft. Sie gehörten zu den insgesamt 248 Menschen, die Mitte August 2025 in Pakistan verhaftet und nach Afghanistan abgeschoben worden waren, nachdem die Bundesregierung es versäumt hatte, ihre pakistanischen Visa verlängern zu lassen." Es wurde berichtet, dass die Betroffenen von den Taliban stundenlang verhört wurden, dabei Videoaufnahmen gemacht wurden und die Mobiltelefone vorübergehend beschlagnahmt und ausgewertet wurden. Außerdem sei Personal, das von der Bundesregierung bezahlt werde, vorübergehend in Gewahrsam genommen worden.
Eine Familie, für die unser Verein einen Aufnahmeantrag gestellt hatte und die ebenfalls im August 2025 von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben wurde, konnte mit Unterstützung der Dienstleister der Bundesregierung und anwaltlicher Hilfe glücklicherweise Anfang Januar dieses "safehouse" verlassen und nach Pakistan zurückkehren. Inzwischen laufen für diese Familie die weiteren Schritte zur Erteilung des Visums für Deutschland.
19.01.2026 tagesschau.de: Ehemalige Ortskräfte im Visier der Taliban